
Wie bist du zu deinem Thema oder deiner Tätigkeit gekommen?
Immer schon waren Malerei, Zeichnung und dreidimensionale Werke ein Anker, ein Wegweiser, der Boden in meinem Leben. Kunst ist soviel mehr als Dekoration, oder Modeerscheinung. Die Geschichte der Menschheit ist letztendlich von künstlerischen Entdeckungen und Entwicklung vorangetrieben worden - zum sehr Guten und sehr Schrecklichen. Diese so aktuellen Spannungen auszuhalten, da kann die Kunst wiederum helfen.
Ich habe von klein auf einen Zugang zum Künstlerischen gehabt und bin nie davon abgewichen. In einer Wiener Kindergruppe in den 90ern habe ich als Betreuerin 10 Jahre lang ungefähr 100 Kindern dabei zugeschaut, wie sie ans Werk gehen. Und wie jedes von ihnen einen ganz persönlichen Ausdruck entwickelt hat. Dieses Erlebnis - dass die schöpferische Kraft in jedem Menschen angelegt ist, und gedeihen kann, wenn man sie nur in Ruhe lässt - hilft mir, Kunst ganzheitlich und gemeinschaftlich wahrzunehmen und zu vermitteln. Qualität wird mehr und besser, wenn man sie teilt und sich gegenseitig motiviert und fördert.
Meine Kunst ist nicht Teil eines Kunstmarkts. Ich habe in langen Prozessen zur Entscheidung gefunden, dass es so genau richtig ist. Es geht mir um andere Dinge als das Erklimmen einer Pyramide, die so viele gute Künstler*innen zurück lässt.
In den Nischen, die ich bewohne, gibt es die ganze Bandbreite - von Kunst bis alltagstauglich. Ich stelle her, was gebraucht wird: Kleine Filzkatzen trösten mich (und andere) in einer katzenlosen Wohnung, Gemälde forschen unserer Geschichte nach. FeltSystem sind fein gearbeitet Figurinen aus Wolle für die systemische Aufstellungsarbeit. Für Tierschutz in Schulen und Kindergärten mache ich Aquarelle, es gibt Bücher, Postkarten und Leselernspiele. Und mehr!
Was/wo ist dein liebster Ort bei dir ums Eck und warum?
Der Bauernmarkt am Samstag, wo ich Gemüse bekomme wie frisch aus dem Garten. Und die vielen kleinen spannenden Geschäfte und Lokale rundherum.