Installation & Malerei
"und meinen Traum
entknospen die Bäume."
Pablo Neruda. Oda a la jardinera
Von Mythen und Metamorphosen. "Pairi Daeza" ist altpersisch und bedeutet "eine Mauer, die einen Garten umschließt". Aus diesem Begriff entwickelte sich später das "Paradies". "Pairi Daeza" war eine reichbepflanzte Gartenlandschaft, in die kein neugieriger Blick hineinsehen und vor allem kein böser Geist eindringen sollte. Und natürlich nur dort setzten die Götter ihre Füße auf die Erde.
Evalie Wagners Installation aus Pflanzen, Malerei und Objekten spielt mit Mythen und Elementen aus der Geschichte der Botanik. Der Bogen spannt sich vom Garten Eden und der Antike bis zum Plant Fever der Neuzeit.
Eröffnung, 27. Mai 2021 - 16 - 19 Uhr
Laufzeit: 28. Mai bis 12. Juni 2021
Öffnungszeiten: Di - Fr von 16 - 19 Uhr
Projektraum Zieglergasse 46, 1070 Wien
Mit freundlicher Unterstützung von Enuma Elis, der Kulturkommission Neubau, Zweigstelle und dem Gartenpavillon Stift Melk.
Teile der Ausstellung sind in Kollaboration mit David Schermann entstanden.
Ein besonderer Dank gilt Peter Schernhuber, Diagonale Graz und David Bröderbauer, Botanischer Garten der Universität Wien für ihre erläuternden Statements zur Ausstellung.
Julia Belova im Stadtgeschäft 1010 Wien, Bauernmarkt 11-13
Das Hauptobjekt der Ausstellung ist die Porzellanskulptur Najadenbrunnen, dessen moderne Interpretation die Künstlerin geschaffen hat, inspiriert vom gleichnamigen Barockbrunnen im Schönbrunner Park. Diese Arbeit symbolisiert ein kollektives Bild des Barock, das immer auf einer dramatischen Weltanschauung, Überfülle und Luxus basiert und von seiner „himmlischen“ Größe überwältigt ist.
Julia Belova überlegt welche Themen heute für das Barock relevant sein könnten. Dem Kanon des Stils folgend hält sie sich dabei an das Drama. Ein anschauliches Beispiel dafür ist hier das Thema der Ablehnung / Zurückweisung.
Galerist Rudolf Leeb spricht mit der jungen russischen Künstlerin Julia Belova darüber, wie sie zum Porzellan als ihrem bevorzugten Material für Ihre Skulpturen gekommen ist.
Podcast zur Ausstellung: https://www.galerierudolfleeb.at/blogs/podcast/ich-dich-nicht
Projektraum Zieglergasse vor mehr als 5 Jahre
Ausstellungsrückblick Liquid Solidity - März 2021
Liquid solidity
Mit Arbeiten von Julia Belova, Jessica Grundler, Gabriel Huth und Anna Carina Roth
Kuratiert von Eva Keller und Karina Mendreczky
Laufzeit: 10. - 31. März 2021
In unserer Ausstellung „liquid solidity“ wird der Projektraum Zieglergasse zu einem Ort des Simultanen. Wir entziehen uns der Feuchtigkeit und Kälte von draußen und begeben uns in einen geschützten Innenraum. Dennoch begegnet uns dort das Flüssige, das Feste, das Bewegliche und Körperliche, eine Erfahrung von Innerlichkeit und Äußerlichkeit – in den Skulpturen von Julia Belova und Gabriel Huth und in den Bildern von Anna Carina Roth und Jessica Grundler.
„liquid solidity“ zeigt eine Reihe künstlerischer Arbeiten, die als Flächen und Körper auf verschiedene Positionen im Raum verteilt sind und ihre jeweilige Umgebung unmittelbar beeinflussen. Die Werke interagieren mit dem Raum und bilden eine Kombination aus fließenden, tropfenden, herabhängenden und herausquellenden Objekten. Sie sind einerseits in motion, erzeugen Emotionen und andererseits als Malerei, Porzellanskulptur, Gipsarbeit oder Textil zu Materie verfestigt.
„Can a liquid be a solid?“ löst eine Frage nach Gleichzeitigkeit aus. Was verspüren wir im Anblick dieser Oberflächen und Formen? Wie kann etwas zugleich fest und flüssig sein, trocken und feucht wirken? Die Ausstellung lädt zu einer Auseinandersetzung mit den individuellen Eigenschaften der Kunstwerke und davon ausgehenden materiellen und immateriellen Vorstellungsbildern ein. Der Titel spielt ebenso auf die variierenden Arbeitspraktiken der vier Künstler:innen an, die sich mit unterschiedlichen Medien und Werkstoffen beschäftigen. So durchlaufen die Porzellanarbeiten Julia Belovas von der formbaren Masse zum gebrannten Objekt oder das Gipsmaterial bei Gabriel Huth verschiedene Stadien der Beschaffenheit, in den Malereien Anna Carina Roths wird das Medium der Leinwand zum Bezugspartner und Jessica Grundlers sich mit dem Verhältnis des Rahmens befasst.
Der Projektraum als architektonischer Space mit einem festen Boden, einer Decke und vier Wänden, verbindet Formgebung und Verflüssigung. Er ermöglicht Begegnung, öffnet Perspektiven und lässt Neues entstehen.
Pop up-Ausstellung "The Next Episode" in der Zieglergasse 46
Project Space Zieglergasse 46
Mi - Fr von 16 - 19 Uhr
Ausstellung "The Next Episode"
Mit Arbeiten von Verena Gotthardt, Birgit Graschopf, Viktoria Morgenstern und Mariella Lehner - kuratiert von Walter Seidl
The Next Episode führt das Programm der Galerie Rudolf Leeb in einer Pop-up Location fort und zeigt Werke von Künstlerinnen der Galerie mit neuen jungen Positionen. Der ephemere Charakter der Präsentation manifestiert sich in einer eigens erzeugten Nebelatmosphäre mit Bezug auf die Projektreihe "Coole Kunst in der Coolen Meile," um so auf die Vergänglichkeit der aktuellen Zeit zu rekurrieren.
Birgit Graschopf und Verena Gotthardt zeigen fotografische Perspektiven aus ihrem Schaffen, die sich mit dem Medium sowie seiner zeitbasierten Aufnahmesituation auseinandersetzen und die Flüchtigkeit des Blicks fokussieren. Viktoria Morgensterns Skulpturen widersetzen sich dieser Vergänglichkeit, indem ihre metallene Standfestigkeit inmitten des Raumes sowie in der Auslage demonstriert wird. Dort ebenso zu sehen sind Arbeiten von Mariella Lehner, die als Versatzstücke aus dem einstigen Ausstellungsraum in der Kaiserstraße transferiert wurden und neue Modelle einer Zusammenschau generieren. Der Fokus auf weibliche Positionen unterstreicht die Stärke einer jüngeren Generation an Künstlerinnen, die sich in den letzten Jahren als aktive Akteurinnen in Wiens Kunstszene etablierten.
www.galerierudolfleeb.at
office@galerierudolfleeb.at
+43676 3429054
Nachdem wir mit unserer letzten Ausstellung Vom Shutdown in den STAND BY - Modus den plötzlichen künstlichen Tiefschlaf thematisiert haben, in den die Kulturszene auf Grund der Covid19 Pandemie gesetzt wurde, müssen wir uns nun den Folgen der erzwungenen Schließung der Galerieräume, der Absagen der Kunstmessen, des Ausbleibens der KäuferInnen, stellen.
Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, die Räumlichkeiten in der Kaiserstraße 76, die wir seit dreieinhalb Jahren genutzt haben, mit Ende Juni zu verlassen.
Die Aufgabe eines fixen Ausstellungsraumes bedeutet jedoch nicht das Ende der Galerie. Im Gegenteil, es ist der Beginn einer neuen Episode in unserem Galerieleben: auch wenn wir bereits seit Jahren den Kunstkauf online ermöglichen, bleiben die physischen Begegnungen mit Kunst und dem kunstinteressierten Publikum für uns unverzichtbar. Als kommerzielle Galerie sehen wir uns auch in der Verantwortung gegenüber all jenen Kulturschaffenden, die an das Galeriewesen gebunden sind, insbesondere gegenüber unseren KünstlerInnen, die wir weiterhin fördern und unterstützen wollen.
Deshalb haben wir uns entschieden, die aktuelle Situation zu nutzen, um die Galerie weiterzudenken und flexibler zu gestalten. Mit der Idee der „Project Spaces“ wollen wir bereits ab Juli verschiedene Räume bespielen, die experimentellere Zugänge ermöglichen als der White Cube. Mit den Project Spaces / Projekträumen wollen wir jungen, aufstrebenden KünstlerInnen Räume und Infrastruktur zur Verfügung stellen, für kuratierte Ausstellungen, Interventionen, Performances und viele weitere Projekte.
Unser erster Project Space befindet sich in der Zieglergasse 46 (15. - 30.7.2020) in Wien Neubau, wo wir eine temporäre Intervention zeigen werden. Eröffnung, Mittwoch, 15. Juli,
19 Uhr. Weiters werden wir am 25. Juli ein Sommerfest der Galerie in Neulengbach / Niederösterreich veranstalten. Im Herbst werden wir dann wie geplant mit Mira Klug, Hessam Samavatian und Malte van de Water auf der ART VIENNA (11. - 13. 9.2020) in der Hofburg vertreten sein sowie auf der Parallel Vienna (22. - 27.9. 2020) mit Kaja Clara Joo. Ab September wird die Galerie auch eine neue fixe Adresse in der Wiener Innenstadt haben an einem Ort, den wir Stadtgeschäft nennen und wo wir kleine Solo-Ausstellungen zeigen werden.
Wir sehen dieser nächsten Episode sehr optimistisch entgegen. Jede Krise bietet immer auch die Chance, Dinge zu verändern und das Galeriewesen neu zu denken. Die Kulturwelt befindet sich in einem Transformationsprozess, nicht nur in einem plötzlich beschleunigten Digitalisierungsprozess, von dem auch die Galerien nicht ausgenommen sind. Wir plädieren daher für ein künftiges Galeriewesen, das aktiv und gemeinschaftlich an den Herausforderungen der Zukunft arbeitet.
Der Zusammenschluss der beiden Galerienverbände zu einer gemeinsamen Organisation, die Know-how, Expertise und Erfahrung bündelt und in einem gemeinsamen Auftritt die Interessen der Galerien vertritt, ist bereits ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Als Vorstandsmitglied dieses neuen Verbandes bin ich an vorderster Stelle in diese Bemühungen eingebunden.
Die Galerie Rudolf Leeb wird auch weiterhin ein Teil des kulturellen Angebotes sein.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Begleitung in diese neue Episode.
We keep going!
Rudolf Leeb
In der neuen Folge "Kunstmessen" spreche ich mit Alexandra Graski-Hoffmann, Eigentümerin und Geschäftsführerin des renommierten österreichischen Veranstalters für Kunst und Genussmessen Mac-Hoffmann, über die Herausforderungen für ihre Branche in Zeiten der Corona Krise sowie über die schwierige Situation des Kunstmarktes und der Galerien im Allgemeinen.
https://art-talks.podigee.io/4-kunstmessen
Aufgrund der Verordnungen zur Corona-Krise muss die Galerie derzeit geschlossen bleiben.
Besuchen Sie uns auf unserer Webseite www.galerierudolfleeb.at und folgen Sie uns auf unseren Social Media-Kanälen wie Facebook, Instagram und Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter unter office@galerierudollfleeb.at
Wir freuen uns auf Sie, jetzt und natürlich insbesondere nach der Krise!
In der Ausstellung „No Colours On The Surface” zeigt Elizaveta Podgornaia in der Galerie Rudolf Leeb Bilder aus der Werkreihe “Ochre, Canvas, Focus, Loop” und einige neue für die jetzige Präsentation entstandene Arbeiten. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Abstraktion im fotografischen Bild. Dabei führt sie keine technischen Experimente durch, sondern widmet sich in der Hauptsache dem Bildmotiv selbst. Die Besonderheit des fotografischen Mediums, die Realität darzustellen, bleibt unberührt und ein Angelpunkt für ihre Arbeit.
Der Arbeitsprozess der Künstlerin fängt vor der „leeren Leinwand“ an. Es beginnt mit bildhauerischer und malerischer Tätigkeit, in dem sie die Bestandteile ihrer Bilder, wie zum Beispiel bemalte Stoffe und skulpturale Formen, selbst erschafft. Erst im letzten Schritt geht es um fotografische Entscheidungen wie Lichtsetzung und Wahl des Ausschnitts. In ihren neuen Arbeiten beschäftigt sich Elizaveta noch stärker mit der Erschaffung von bildnerischen Räumen und der Verbindung von Fotografie und Skulptur.
Die klassische Malerei liefert letztlich immer ein flaches zweidimensionales Bild, die Skulptur hingegen stets ein dreidimensionales Objekt. Mithilfe ihrer fotografischen Möglichkeiten werden die räumlichen Konstruktionen von Elizaveta Podgornaia in die zweidimensionale Bildfläche übersetzt. Am Ende des Arbeitsprozesses existiert nur mehr ein einzelnes Bild, das eine Momentaufnahme der ehemaligen Realität zeigt; der Rest bleibt verborgen.
Das Ergebnis dieser mehrstufigen Herangehensweise sind Hybride zwischen Malerei, Skulptur und Fotografie. Sie treten in Dialog mit der Umgebung und den Phantasiewelten der Zuschauer und hinterfragen dabei gleichzeitig die Anwendung der gewohnten Zuordnungen wie "Malerei" oder "Fotografie".
Zu sehen bis 29. November 2019, Dienstag bis Freitag, 13 - 18 Uhr.
Florian Nitsch (*1984) überschreitet in seinen Arbeiten die Grenzen herkömmlicher Techniken der Bildenden Kunst und erweitert sie durch seine installative und performative Arbeitsweise. Die Malerei wird in den Raum getragen, wie beispielsweise in dem Projekt „Flo’s Medusa“: einer skulpturalen Installation aus bemalten Bildflächen, die einerseits den Blick der Betrachter*innen lenken und andererseits neue räumliche Bedingungen hervorbringen. Doch auch der Bildraum selbst löst sich auf: der materielle Träger bleibt transparent und lässt keine Begrenzungen zu.
So gilt es PAINTING WITHOUT BRUSH IN USE nicht allein als Verweis auf Malweisen und Entwicklungen innerhalb der Kunstgeschichte zu verstehen, sondern vielmehr als Ausdruck eines in Raum und Zeitlichkeit ausgreifenden, multimedialen Zugangs.
Die unter anderem auch während einer Residency in Brüssel entstandenen transdisziplinären Arbeiten, werden bis 29. November in der Galerie Rudolf Leeb zu sehen sein.