Volkert- & Alliiertenviertel

Erinnerungslücken im 2. Bezirk auffüllen - virtuelle Ausstellung

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Montag, 09. November 2015
Beginn: 11:00 Ende: ???
Karte
Leonore-Brecher-Platz 42 - Galerie Artspace Prater
Praterstern
Wien
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Leonore Rachelle Brecher (* 14. Okt. 1886 in Botoschan, (Botosani, Rumänien); † 18. Sept. 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinec (nahe Minsk, Weißrussland), war eine österreichische Zoologin. Sie forschte u. a. zur Vererbung erworbener Eigenschaften bei Tieren, wie etwa Fähigkeiten zur Farbanpassung an die Umwelt, z. B. bei Schmetterlingen. Ab 1918 arbeitete sie an deutschen und englischen Forschungseinrichtungen, hauptsächlich jedoch in der Wiener Biologischen Versuchsanstalt, im damals international renommierten Vivarium im Wiener Prater. Ihre Habilitationsversuche scheiterten 1926 aufgrund des Antisemitismus der Habilitationskommission. Im April 1938 wurde Leonore Brecher aus der Biologischen Versuchsanstalt entlassen und arbeitete als Lehrerin in einer jüdischen Schule in Wien-Leopoldstadt. Am 14. Sept. 1942 wurde sie aus der Rembrandtstraße deportiert und nur vier Tage später, am Ankunftstag, im Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet. Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen ist nach Oswald Thomas heute noch ein Platz in Wien-Leopoldstadt benannt. Thomas war Astronom und Begründer des Wiener Planetariums, Mitglied im NSLB, NSAHB sowie der NSV und stellte ab 1938 mehrere Anträge auf NSDAP-Mitgliedschaft, die wegen seiner früheren Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge jedoch abgelehnt wurden. Anstelle von Oswald Thomas sollte künftig im Wiener Prater an Leonore Brecher erinnert werden. Monat für Monat werden Ausstellungen in virtuellen Räumen eröffnet. Diese Galerien befinden sich ausnahmslos in Straßen oder an Plätzen Wiens, die es nicht gibt, die es jedoch geben sollte. Straßen mit Namen von Opfern der NS-Diktatur. Monat für Monat wird damit eine Erinnerungslücke geschlossen. Zusätzlich zu den vorgeschlagenen Straßennamen der Opfer werden auch Umbenennungen von Straßen angeregt: Von jenen Straßen und Plätzen, die heute noch Namen von Personen tragen, die im Naheverhältnis zum Nationalsozialismus standen. Monatlich wird auf diese Weise das kollektive Gedächtnis erweitert. Zur Erinnerung an die Novemberprogrome am 9.11 besucht die Ausstellung 'Puppenfärbung - Ankunftstage ' von Konstanze Sailer. Die Ausstellung ist eröffnet vom 01.-30.11. 2015 http://www.memorygaps.eu/gap-november-2015/ Galerie Artspace Prater Leonore-Brecher-Platz 42 A-1020 Wien

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